[Inhalt] [Zurück] [Nächste] [Titel]

 

3.5 Netzverwaltung und Netztechnologie

Leitung: Dipl.-Ing. Franz-Josef Jochem

 

Die Tätigkeiten der Gruppe konzentrierten sich auf folgendes:

Im folgenden werden die Tätigkeiten ausführlich dargestellt.

3.5.1 Internet im Königreich Saudi-Arabien (KSA)

In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH wurde Internet in Saudi-Arabien etabliert.

Vorgeschichte

Im Herbst 1997 erhielt King Abdulaziz City for Science and Technology (KACST), eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung Saudi Arabiens, den königlichen Auftrag, Internet innerhalb eines Jahres landesweit einzuführen. An einer internationalen Ausschreibung für Beratungsleistungen beteiligte sich die GTZ mit der Universität Mannheim unter Mitwirkung von Internationales Management & Consulting (IM&C). Die Wahl von GTZ für die Universität Mannheim als Partner erfolgte aufgrund des Know-How des Rechenzentrums in Fragen der Vernetzung und Internet-Diensten, nachgewiesen nicht zuletzt durch aktive Beteiligungen an nationalen und internationalen Tagungen, sowie aufgrund des Renommée der Universität in wirtschaftswissenschaftlichen Aufgabenstellungen. Im Februar 1998 gewann das Konsortium die Ausschreibung. Wesentliche Kriterien dafür waren

Aufgaben

Gemäß der Ausschreibung umfaßte der Auftrag folgende Punkte

 

Projektteam

Zur Umsetzung der Aufgabenstellung wurde folgendes Team gebildet:

Verlauf

Nach der Auftragserteilung im Februar 1998 folgte schon Anfang März ein Kick-Off Meeting bei KACST in Riad. Dabei lernten sich das deutsche und das saudische Team kennen; beide Seiten tauschten den Stand des Wissens aus und stimmten die Schwerpunkte der weiteren Tätigkeiten ab. Die saudischen Partner waren eine Gruppe junger Wissenschaftler, die überwiegend amerikanische Hochschulen besucht hatten. Das saudische Internet Team selbst nutzte Internet bereits über ein Medizinisches Forschungsinstitut mit einer Verbindung nach USA.

In der Folge wurden vom deutschen Team eine Reihe von Papieren erstellt , iterativ per email abgestimmt und in mehreren Workshops in Riad vorgestellt. Im einzelnen waren dies

Ergänzend dazu erfolgten Diskussionen - überwiegend per email - zu einer Reihe von weiteren Fragen. Äußerst hilfreich für beide Teams waren die sechsmonatige, lokale Präsenz von Herrn P. Merdian, BelWü-Management, und längerfristige Aufenthalte von Mitarbeitern von IM&C sowie die Unterstützung durch die Vertretung der GTZ in Riad. Alle Aktivitäten wurden monatlich durch einen Jour Fixe des deutschen Teams in Mannheim koordiniert.

Wesentliche Termine waren:

Ausblick

Internet in Saudi Arabien wird sicher eine schnelle Verbreitung für Unternehmen finden. Private Teilnehmer werden dies genießen, wenn ihre Last Mile modernisiert ist. Mit niedriger Priorität wurde bisher das Thema Disaster Recovery behandelt, welches nichtsdestotrotz hohe Bedeutung hat und in den kommenden Monaten ansteht.

Über den eigentlichen Auftrag hinaus zeigten sich die Wissenschaftler der KACST sehr interessiert an Internet-Anwendungen und Projekten im universitären Bereich, z. Bp. Teleteaching./ Distance Learning. Hier könnten ggf. weitere Kooperationen folgen.

Nicht zuletzt haben die offenen Gespräche in freundschaftlicher Atmosphäre das Kennenlernen und Verstehen sehr unterschiedlicher Kulturen gefördert und dürften eine nachhaltige Wirkung bei allen Teammitgliedern zeigen.

 

3.5.2 Belcanto

Im Projekt "BelWue’s Corporate ATM Network Telephony Optimazition" wurden insbesondere Tests zum Interworking zwischen TK-Anlagen und ATM-Backbone des Landesforschungsnetzes durchgeführt.

In den Monaten Januar / Februar wurden die organisatorischen und technischen Voraussetzungen für die Tests an den Standorten Mannheim, Karlsruhe, Ulm und Stuttgart geschaffen. Dabei wurde u.a. die Infrastruktur mit dem Aufbau eines Corporate Network mit Teles-TK-Anlagen vorab überprüft. Mit interessierten Firmen fanden intensive Gespräche zwecks Kooperation statt. Schließlich wurden zwei Testszenarien mit IBM und HiLan verbindlich vereinbart und en Detail geplant.

Im ersten Szenario wurden IBM Nways 2220 eingesetzt. Die Einführung in die Systeme erfolgte in einem zweitägigen Workshop im IBM Entwicklungslabor Ehningen. Im April wurden drei Systeme in Mannheim, Karlsruhe und Ulm installiert. Bis Juni / Juli fanden die Funktionstests mit hervorragender Unterstützung seitens IBM statt, die alle erfolgreich verliefen.

Im 3. Quartal wurde das zweite Testszenario mit HiLan Cosy-Milli analog dem ersten aufgebaut. Aufgrund des Stands der Produktentwicklung konnten im Oktober jedoch nur ein Teil der gewünschten Funktionen erprobt werden, die restlichen Funktionen sollen erst im Laufe des Jahres 1999 zur Verfügung stehen. Grundsätzlich verliefen auch diese Tests erfolgreich.

Beide Testszenarien, Testverlauf und Ergebnisse sind ausführlich in einem internen Bericht dokumentiert.

Ergänzend zu den Aktivitäten erfolgte im Rahmen einer Diplomarbeit die Untersuchung der "Umsetzung und Übermittlung von Dienstmerkmalen zwischen ISDN-Systemen und ATM-Netzen am Beispiel der Gebühreninformation". Dabei wurde u.a. ein Modul zur Erzeugung und Umwertung von Gebühreninformationen an Netzübergängen verschiedener ISDN-Carrier bzw. für ISDN-ATM entwickelt und in Portline, einem Produkt der Firma PAM Software GmbH, Mainz, implementiert.

Im Jahre 1999 wird die Testreihe zum Interworking ISDN-ATM mit NewBridge 36177 fortgesetzt. Danach soll über die weitere Umsetzung der Erkenntnisse aus dem Projekt Belcanto entschieden werden.

 

3.5.3 Telefonanlage der Universität Mannheim

Aufgrund der Diskussionen im Projekt Belcanto empfahl das Rechenzentrum den Austausch der antiquierten, analogen Telefonanlage für die Universität. Mit einer neuen digitalen Anlage sollte die Voraussetzung geschaffen werden, vom Wettbewerb der Telefonanbieter baldmöglichst zu profitieren und die Konvergenz von Daten- und Telekommunikation voranzutreiben.

Unter Mitwirkung des RUM wurde der Austausch der Telefonanlage vorbereitet und die Trennung der TK-Anlagen in die Bereiche Universität und Staatszentrale beschlossen. Nach Ausschreibung durch das Staatliche Liegenschafts- und Hochbauamt Mannheim erhielt im Dezember die Firma Siemens den Auftrag zum Austausch.

 

3.5.4 IP-Adress- und Benutzerverwaltung mit dem Informationssystem NATHAN

 

Produktive Nutzung

Im Berichtsjahr 1998 wurde das Informationssystem stetig den Anforderungen der alltäglichen Nutzung angepaßt - sowohl für die IP-Adreßverwaltung als auch für die Benutzerverwaltung. Der gesamte Datenbestand wurde gesichtet und aktualisiert.

Im Februar konnte dank der guten Vorbereitung studentischer Hilfskräfte das DB-System ohne größere Probleme von Ingres auf Oracle V7.3 umgestellt werden. Auf Wunsch der Benutzerverwaltung und der Netzwerkgruppe wurden Änderungen und Verbesserungen bei den Programmen vorgenommen. Desweiteren wurden Benutzungsberechtigungen überprüft und bei Wegfall der Berechtigungen (Exmatrikulation, Ausscheiden von Mitarbeitern) die entsprechenden Maßnahmen veranlaßt. Um die Arbeit in der Benutzerverwaltung zu erleichtern, wurden die benötigten aktuellen Studentendaten aus der Studentendatei der Universität Mannheim importiert. Im September wurden auf dem Datenbankserver das Betriebssystem Solaris 2.6 und Java 1.1 installiert, um die folgenden Entwicklungen zu ermöglichen.

Weiterentwicklung

Mittelfristig wird das Ziel verfolgt, die Aktualisierung der Daten möglichst weitgehend zu dezentralisieren und zu vereinfachen.

Zum einen werden dazu die Schnittstellen für die Datenbankanwender auf Java-Applikationen umgestellt. Der erste Schritt war die Entwicklung einer neuen Oberfläche für die IP-Adreßverwaltung im Rahmen einer Diplomarbeit. Nach seiner betrieblichen Erprobung im Jahre 1999 sollen DV-Administratoren an den dezentralen Einrichtungen "ihre IP-Adressen/-Knoten" selbst verwalten können. Ferner soll diese Oberfläche auch für die Benutzerverwaltung adaptiert werden.

Zum anderen wird die Struktur der Benutzerdaten neu konzipiert und das Datenbankdesign für die Benutzerverwaltung überarbeitet. Wesentliche Entwurfsziele sind: eine bessere Klassifizierung der Benutzer der RUM-Services und ihrer Rechte sowie ein vereinfachter Datenaustausch mit Dritten im Rahmen von "Global Directories" - z. Bp. mit i3v innerhalb der Universität oder mit externen Institutionen für Gastnutzer. Damit sollen lästige administrative Vorgänge für die Benutzer minimiert werden.


 

[Inhalt] [Zurück] [Nächste] [Titel]

Verantwortlich für diese Seite webmaster.