Nachgefragt

Wenn Du wüsstest, dass du nicht scheitern wirst und Geld keine Rolle spielt, was für ein Unternehmen würdest Du dann gründen? Die FORUM-Reporter Kathrin Holstein und Andreas Bayerl waren mit dieser Frage auf dem Campus unterwegs.



„Ich würde mich mit meinem eigenen Work-Life-Balance- Zentrum selbstständig machen. Verschiedene Unternehmen könnten dann meine Kurse für ihre Mitarbeiter buchen. Zum einen sollte es Angebote zur fachlichen Weiterbildung geben, aber auch Kurse, bei denen es um mehr Ausgeglichenheit geht, zum Beispiel zu Themen wie Zeitplanung oder Organisation des Arbeitstages. Ich denke, dass solche Kurse momentan sehr gefragt sind, denn man hört ja oft von Menschen, die unter Burnout leiden.“

--- Susannah Epple   I   Bachelor Wirtschaftspädagogik



„Ich würde mich mit einer Politikberatung im Bereich Naher und Mittlerer Osten selbstständig machen. Ich studiere Politikwissenschaft und würde später gerne mal in dieser Richtung etwas machen. Diese Region interessiert mich speziell und ich suche zurzeit auch nach einem Praktikum in diesem Bereich.“

--- Benjamin Limlei   I   Bachelor Politikwissenschaft



„Ich würde eine Strandbar aufmachen, am liebsten in Spanien. Auf jeden Fall würde coole Musik laufen, insbesondere auch lateinamerikanische und spanische Musik. Eine Cocktailbar sollte es geben und Kleinigkeiten zu essen. Als Zielgruppe würde ich mich auf jüngere Leute konzentrieren, so zwischen 20 und 30. Sowohl Touristen als auch Einheimische sollten sich dort wohlfühlen. Am liebsten wäre mir ein internationales Publikum – alle sollen willkommen sein und Möglichkeit zum Tanzen sollte es natürlich auch geben.“

--- Aida Obic   I   Bachelor Kultur und Wirtschaft


„Ich würde eine Art Perspektiven-Plattform gründen, also ein virtuelles Portal, bei dem sich junge Leute ein Profil anlegen können und dabei ihre Stärken und Schwächen angeben. Das System analysiert das Profil und schlägt den Nutzern Ausbildungen, Jobs oder auch Studiengänge vor, die zu ihnen passen. Dabei sollte schon das gesamte Spektrum abgedeckt werden – von der Ausbildung zum Schreiner bis zum Finance-Studium. Da es so etwas ja schon gibt, würde ich es regionaler ausrichten, zum Beispiel speziell auf die Region um Mannheim zugeschnitten.“

--- Michael Roll   I   Master Wirtschaftspädagogik




„Ich würde einen Tante-Emma-Laden aufmachen, zum Beispiel auf einem Campingplatz. So einen kleinen Laden, zu dem dann alle Camper kommen und ihr Grillzeug holen oder dort morgens ihre Brötchen und ihren Kaffee besorgen. Das habe ich mir schon länger mal überlegt. Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Ich finde es cool, wenn jeder jeden kennt und alle zu dieser einen Frau einkaufen gehen und sich dort treffen.“

--- Laura Wähler   I   Master Wirtschaftspsychologie

„Gerade auf dem Land gibt es sehr viele ältere Damen, die einsam sind, aber ganz tolle Sachen können, wie zum Beispiel Marmelade kochen oder Kuchen backen. Leider haben diese Frauen dazu oft keinen Anlass mehr. Daher fände ich es toll, wenn man zum einen diese Frauen zusammenbringt. Zum anderen könnte man dabei auch gleichzeitig jüngere potenzielle Abnehmer mit ins Boot holen, wie zum Beispiel Leute aus der Stadt, die vielleicht keine Großmutter mehr haben. Dann könnten diese jüngeren Leute von den alten Frauen lernen, damit dieses tolle Wissen nicht verloren geht. Die Frauen selbst hätten außerdem die Möglichkeit, ihr Talent zu zeigen – und zwar vor Leuten, die ihr Können zu schätzen wissen. Gerade solche Sachen wie eingelegte Gurken oder Chutneys sind momentan ja auch wieder stark im Kommen. Idealerweise sollten die Frauen auch etwas davon haben und mit den selbstgemachten Sachen ihre Rente ein wenig aufstocken können. Zumindest sollte sich das Projekt selbst tragen.“

--- Vincent Gimmel   I   Bachelor Psychologie


„Ich würde mein eigenes Modelabel gründen. Meine Zielgruppe wären ,Young Professionals‘, also Leute, die noch jung sind aber bereits ihr eigenes Geld verdienen. Vom Stil her würde ich eher in Richtung ,casual‘ gehen. Zum Beispiel würde ich T-Shirts mit lustigen Sprüchen oder auch Zeichnungen entwerfen lassen. Vielleicht könnten ja Studenten von Modeschulen die Kleidung entwerfen und damit Erfahrungen sammeln. Später würde ich dann eventuell mit angesagten Designern zusammenarbeiten. Die Kleidung würde ich bevorzugt in Deutschland produzieren lassen. Das ist zwar teurer, aber ich glaube, die Kunden wissen Verantwortung zu schätzen und sind dann vielleicht auch bereit, mehr Geld dafür auszugeben.“

--- Maryia Rudak   I   Master Sprache und Kommunikation


Umfrage: Kathrin Holstein   I   Fotos: Andreas Bayerl   I   August 2015

Und welches Unternehmen würden unsere FORUM-Reporter gründen?

"Wenn Geld für mich kein Problem wäre, würde ich ein Helikopter-Taxi erfinden. Momentan gibt es das Problem, dass Helikopter nur auf Flughäfen landen dürfen. Wenn ich richtig viel Geld hätte, würde ich die Bundesregierung bestechen, damit man mit dem Helikopter auch an anderen Orten landen darf, zum Besipiel im Luisenpark. Alternativ zur Bestechung könnte man auch in jedem Stadtzentrum einen ganz offiziellen kleinen Heliport bauen. Dann kann man seine ganzen Freunde, die weit weg wohnen und die man zum Beispiel aus dem Auslandssemester kennt, viel praktischer und viel schneller besuchen. Man könnte ja sogar so einen Mitfahrdienst für Helikopter starten. Dann lernt man unterwegs vielleicht noch ein paar nette Leute kennen."

--- Andreas Bayerl   I   Mannheim Master of Management


"Ich würde einen Waschsalon mit integriertem Second Hand Shop eröffnen. Oftmals strahlen Waschsalons eine beklemmende Atmosphäre aus – sie sind meist steril und funktional eingerichtet, mit unangenehm kühlem Halogenlicht beleuchtet und bieten kaum Sitzgelegenheiten. Ich kenne niemanden, der sich auf einen Besuch beim Waschsalon freut und doch sind viele Leute darauf angewiesen. Mein Waschsalon sollte hingegen ein Ort sein, der Lust aufs Wäschewaschen macht und in dem selbst das Warten Spaß macht. Es wäre ein farbenfroher und fröhlicher Ort und es würde dort frischgebrühten Kaffee, selbstgebackenen Kuchen, entleihbare Zeitschriften und bequeme Sofas geben. Natürlich wäre auch immer ein fachkundiger Ansprechpartner zur Stelle. Außerdem könnten sich die Kunden ihre Zeit im angebauten Second Hand Shop vertreiben und ihre gebrauchte Kleidung dort tauschen, verkaufen oder verschenken."

--- Kathrin Holstein   I   Master Kultur und Wirtschaft