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Jung, erfolgreich, international: das GESS-Prinzip

Ein durchgängig finanziertes englischsprachiges Promotionsstudium, Forschungsaufenthalte an den international renommiertesten Universitäten und Unterstützung für den Jobeinstieg als Wissenschaftler – mit ihrer Rundumversorgung für derzeit rund 250 Nachwuchsforscherinnen und -forscher aus aller Welt hat sich die Graduate School of Economic and Social Sciences (GESS) zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Das zeigen nicht nur die hohen Bewerberzahlen, sondern auch die Karrierewege ihrer Alumni.


33 Jahre alt ist ein Promovend im bundesweiten Durchschnitt, wenn er seine Doktorarbeit abschließt. An der GESS ist das anders: Dank so genannter „Fast-Track-Programme“ können sich Mannheimer Studierende einzelne Kurse ihres Bachelor- oder Master-Programms für die spätere Promotion anrechnen lassen – und damit schneller zum Abschluss kommen. „Manche promovieren gleich nach dem Bachelor bei uns. Bei Abschluss der Promotion sind sie durchschnittlich dann gerade einmal 26 Jahre alt. Im Schnitt sind unsere Absolventinnen und Absolventen nicht älter als 29 und haben gleichzeitig bereits bei einer Vielzahl an weltweiten Konferenzen vorgetragen und für längere Zeit an einer Top-Uni im Ausland geforscht“, sagt Anne Kascha, Geschäftsführerin der Graduate School. Jedes Jahr gehen zum Beispiel mehrere GESS-Studierende für ein oder zwei Semester an die amerikanischen Elite-Universitäten Yale und Berkeley. 

Tatsächlich arbeiten viele der mittlerweile mehr als 150 GESS-Absolventinnen und -Absolventen bei renommierten Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit – wie der London School of Economics, der Universität St. Gallen oder der Yale University. Den Berufseinstieg erleichtern die drei Center Manager der GESS, die die Promovierenden bei ihren Bewerbungen und während des gesamten Studienverlaufs unterstützen. Zusätzlich simulieren sogenannte Placement Officers, Professoren der GESS und der Lehrstühle, in Kleingruppen wissenschaftliche Bewerbungsgespräche mit den Promovenden und knüpfen Kontakte mit potenziellen Arbeitgebern. 

Wissenschaftliche Exzellenz plus intensive Betreuung – auch international kommt das gut an: In der Bewerbungsrunde 2015 kamen 706 der 791 Bewerbungen aus dem Ausland. Während bei Promotionen der Anteil von internationalen Studierenden deutschlandweit nur bei 15 Prozent liegt, sind es bei der GESS rund 40 Prozent. Auch die finanzielle Absicherung während des gesamten Promotionsstudiums lockt die besten Köpfe aus der ganzen Welt: Die ersten 14 Monate bekommt jeder Doktorand ein Stipendium, manche werden sogar volle zwei Jahre gefördert. Möglich machen das die Gelder der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, in deren Rahmen die GESS seit 2006 gefördert wird, aber auch Spenden wie die der Karin und Carl-Heinrich Esser Stiftung. Danach werden die Doktorandinnen und Doktoranden bis zum Ende ihrer Promotion über Drittmittel oder die an der GESS beteiligten Lehrstühle an den Fakultäten finanziert.

Mit ihren vielen Angeboten fungiert die GESS zudem als Ideengeber und Projektpartner für die Universität. Im vergangenen Jahr hat die Graduiertenschule gemeinsam mit dem Akademischen Auslandsamt und dem Dezernat für Planung und Forschungsförderung zum Beispiel das Projekt Internationalization of Doctoral Education@the University of Mannheim ins Leben gerufen. „Die Idee ist es, die internationale Mobilität der Promovierenden zu fördern und sie fit zu machen für einen immer internationaleren Arbeitsmarkt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Promotion an der GESS oder als Individualpromotion am Lehrstuhl absolviert wird, ob es sich um deutsche oder internationale Doktoranden handelt“, beschreibt Hanna Leisz, Koordinatorin des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projekts, das Teil der IPID4ALL-Förderlinie (International Promovieren in Deutschland) ist. Finanziert werden Teilnahmen an internationalen Konferenzen, aber auch längere Forschungsaufenthalte im Ausland. Zusätzlich werden im Rahmen von IPID4ALL englischsprachige Präsentationsworkshops und Kurse für wissenschaftliches Schreiben angeboten.

Eine weitere Idee der GESS, um junge Wissenschaftler zu unterstützen, ist MaRa: Das 2014 gemeinsam mit dem Welcome Center der Universität Mannheim initiierte Forscher- Alumni-Netzwerk verbindet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in Mannheim gelehrt oder geforscht haben. Von dem weltweiten Netzwerk Mannheim Research Alumni verspricht sich die Universität einen noch intensiveren inhaltlichen Austausch zwischen Absolventen und Promovierenden.  


Autor: Markus Lojen   I   Foto: Kirstin Niedernolte   I   April 2016

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Graduate School of Economic and Social Sciences (GESS)