Ein Netz rund um den Globus

Von A wie Auckland bis Z wie Zürich – die Universität Mannheim fördert die Vernetzung mit und zwischen ihren Alumni weltweit.


Alla Dyubanova hat 2012 ihren Master in Politikwissenschaft an der Uni Mannheim gemacht. Sie hat ein Praktikum im Büro der Vereinten Nationen für Drogen und Verbrechensbekämpfung in Wien absolviert, dort dann für die OSZE gearbeitet und danach als Projektassistentin im Council of Europe Field Office in Moskau begonnen. Nun steht sie im Hörsaal SN 169 und spricht vor Studierenden über ihren Werdegang. An die Universität zurückgekommen ist sie über die vom Akademischen Auslandsamt und ABSOLVENTUM initiierte Vortragsreihe „alumni@work“, in deren Rahmen ausländische Absolventinnen und Absolventen, die einen internationalen Karriereweg eingeschlagen haben, den Mannheimer Studierenden über die Möglichkeiten und Herausforderungen des internationalen Arbeitsmarkts berichten. Die Reihe ist eine von mehreren Maßnahmen an der Universität, die Beziehungen zu Alumni auf der ganzen Welt zu pflegen.


Forscher-Alumni-Netzwerk „MaRA“

Dazu zählt auch das Forscher-Alumni-Netzwerk „MaRA“, das die Universität 2014 gegründet hat. MaRA steht für Mannheim Research Alumni und vereint Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die eine Zeit lang an der Universität Mannheim gelehrt oder geforscht haben und nun ihre Karriere an einer anderen Uni fortsetzen. Das Forscher-Alumni-Netzwerk ist online für jeden abrufbar, visualisiert durch eine Landkarte, in der die MaRA eingetragen sind. Die Graduate School of Economic & Social Sciences (GESS), die an der Konzeption und Umsetzung der Landkarte beteiligt war, nutzt sie ebenfalls, um Absolventen ihrer Promotionsprogramme zu vernetzen. Rund 150 Kontakte sind bereits verzeichnet, zum Beispiel in Japan, Australien, Singapur oder den USA. Die Karte soll eine unkomplizierte Kontaktaufnahme ermöglichen – sowohl zwischen Gastgebern und internationalen Forschern, als auch zwischen Nachwuchswissenschaftlern im Ausland und in Mannheim. „Wir wollen das gemeinsame Forschen vor Ort fördern. Oft entstehen daraus neue Projektimpulse, denn es hängt meist an persönlichen Beziehungen und weniger an den Institutionen, wenn neue Projekte angestoßen werden. Dafür sind persönliche Treffen unerlässlich“, erklärt Claudius Werry, Leiter des Welcome Center der Universität Mannheim.

Noch im Jahr seiner Gründung wurde das Konzept des Forscher-Alumni-Netzwerks von der Alexander von Humboldt- Stiftung mit 30.000 Euro ausgezeichnet. Mit den Mitteln wurden sogenannte Reunion Grants finanziert: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die schon einmal an der Universität Mannheim waren, können damit für einen kurzen Forschungsaufenthalt von bis zu drei Monaten zurückkehren. Das Konzept ist so erfolgreich, dass die erste Runde der Mittel bereits eingesetzt werden konnte. Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Rüdiger Schmitt-Beck ist einer derjenigen, die die neue Maßnahme in Anspruch genommen haben. Im Mai vergangenen Jahres hatte er Prof. Richard Johnston, Ph.D., von der University of British Columbia in Vancouver zu Gast. „Professor Johnston ist weltweit der führende Experte für ein besonderes Umfragedesign, das für die Analyse von Wahlkampfwirkungen entwickelt wurde und das wir erstmals in Deutschland bei der Bundestagswahl 2005 eingesetzt haben. Seither haben wir bei allen Bundestagswahlen solche Studien durchgeführt und dabei eng mit Richard Johnston kooperiert“, berichtet der Mannheimer Politikwissenschaftler. Die Zusammenarbeit hat in Form gemeinsamer Publikationen bereits sichtbaren Erfolg. „Die MaRA-Förderung hat geholfen, diese kontinuierliche und langjährige Kooperation zu festigen und weiterzuentwickeln“, resümiert Schmitt-Beck.


ABSOLVENTUM Mannheim


Das größte Netzwerk der Universität ist ABSOLVENTUM. 1995 gegründet, hat die Alumnivereinigung mittlerweile mehr als 7.000 Mitglieder. „In Verbindung bleiben“ ist Motto und Programm zugleich – auch über Landesgrenzen hinweg: Die Absolventinnen und Absolventen sind in insgesamt 47 Regionalgruppen organisiert, von denen 28 im Ausland angesiedelt sind. Die erste wurde bereits 1996 in London ins Leben gerufen. Die derzeit größte Gruppe mit rund 100 Mitgliedern befindet sich in Zürich. Zu den jüngsten und gleichzeitig aktivsten zählt die Regionalgruppe in Oslo. Der Norweger Martin Grønberg Myrold hat sie im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, nachdem er von 2012 bis 2014 den Master in Management an der Universität Mannheim gemacht hat. „Als ich von Mannheim zurück nach Oslo kam, hatte ich viele Norweger in Mannheim kennengelernt. Ich kannte die Regionalgruppen von ABSOLVENTUM aus anderen Städten und ich dachte: Wir brauchen auch in Oslo eine“, berichtet er. Vernetzungstreffen sowohl mit fachlichem als auch sozialem Fokus stehen für den Regionalgruppenleiter im Mittelpunkt. „Ich schätze ABSOLVENTUM als Plattform sehr. Sie macht es einfach, mit anderen Mannheim-Absolventen in Norwegen in Kontakt zu kommen.“

Auch die Mannheimer Studierenden ziehen einen Nutzen aus dem internationalen Absolventennetz. „Für Young Professionals oder Studierende im Auslandssemester ist es wichtig, einen Kontakt vor Ort zu haben, der zum Beispiel bei der Wohnungssuche und alltäglichen Fragen weiterhilft“, erklärt ABSOLVENTUM-Geschäftsführer Christian Haas. „So halten wiederum auch die Absolventen Kontakt zu ihrer Alma Mater.“ Neben den Studierenden, den Absolventen und den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern profitiert am Ende auch die Universität selbst von dem stetig wachsenden Netzwerk: Aktuell pflegt sie rund 650 Kooperationen mit 450 Partneruniversitäten weltweit, die dabei helfen, die Uni Mannheim als Top-Universität weiter zu etablieren.


Autorin: Katja Hoffmann   I   Foto: 123rf.com   I   April 2016

Weitere Informationen:

Die Reihe alumni@work wird dieses Jahr fortgesetzt. Im aktuellen Semester berichten internationale Absolventinnen und Absolventen, wie sie in Deutschland den Berufseinstieg geschafft haben: www.uni-mannheim.de/alumniwork

Forscher-Alumni-Netzwerk MaRA


ABSOLVENTUM Mannheim