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Nachwuchsförderung als bleibendes Erbe

Vor neun Jahren erlitt das Ehepaar Brohm einen Schicksalsschlag: Ihr Sohn Holger starb mit gerade mal 36 Jahren. Weil der Mannheimer BWL-Absolvent dafür brannte, junge Menschen in seinem Unternehmen zu fördern, haben seine Eltern in Gedenken an ihn die Holger Brohm-Stiftung gegründet. Mit dem Geld unterstützt die Familie begabte BWL-Studierende der Universität Mannheim.


Es geschah im Sommer 2008: Holger Brohm war übers Wochenende zum Kitesurfen am Gardasee. Nichts Ungewöhnliches für den ambitionierten Unternehmensberater, der nicht nur im Job alles gab, sondern auch ein leidenschaftlicher Sportler war. Von dem Kurzurlaub sollte er jedoch nie zurückkehren. Auf dem Surfbrett erlitt er einen plötzlichen Herzstillstand. Maritta und Hanspeter Brohm bekamen den unerwarteten Anruf, nach dem nichts mehr so sein sollte wie es war: Ihr Sohn war tot.

Nicht nur für Holgers Eltern und Geschwister war es ein Schock. Auch in dem Unternehmen, wo er große Spuren hinterlassen hatte, ließ der Verlust seine Kollegen und Vorgesetzten nicht unberührt: Binnen kürzester Zeit hatte Holger Brohm es bei der internationalen Unternehmensberatung Booz & Company zum Partner geschafft. Nach nur acht Jahren wurde er in die Geschäftsführung aufgenommen – so schnell wie niemand vor ihm. Nur kurze Zeit nach seinem Urlaub sollte die offizielle Ernennung stattfinden. Der schnelle Aufstieg sei ihm gänzlich ohne Ellenbogen gelungen. Holger Brohm war ein Teamplayer, der für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstand, heißt es in der Abschiedsrede eines Kollegen, die seine Eltern bis heute aufgehoben haben.

„Die Firma nahm einen großen Teil seines Lebens ein. Aber nicht nur seine Arbeit machte ihm Spaß. Seine große Leiden- schaft galt der Förderung junger Kollegen“, erzählt sein Vater. Holger sei ein sehr gefragter Mentor und Coach gewesen, dem die berufliche und persönliche Entwicklung seiner Mentees am Herzen lag. Viele davon kamen von der Universität Mannheim. Auch deshalb lag es für die Eltern nahe, dieses Erbe fortzuführen: 2008 gründeten sie die Holger Brohm- Stiftung, mit der begabte Mannheimer BWL-Studierende gefördert werden sollten. Seine ehemalige Firma hat das Stiftungskapital von rund 20.000 Euro um fast die gleiche Summe aufgestockt.

Holger Brohm, der selbst Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung war, liebte sein Fach. „Unser Sohn hing sehr an seiner Universität. Hier fühlte er sich wohl und kam auch nach dem Studium oft zurück, zum Beispiel, um gute Leute für seine Firma zu rekrutieren. Deshalb sollte das Geld hierhergehen“, sagt seine Mutter. Der Familie ist es ein Anliegen, exzellenten Studierenden die Möglichkeit zu geben, ein Studium zu absolvieren ohne nebenbei arbeiten zu müssen. So wird die Förderung junger Nachwuchskräfte auch noch nach dem Tod ihres Sohnes in seinem Namen fortgeführt. Die Holger Brohm-Zustiftung ist Teil der Stiftung Universität Mannheim, die die Exzellenz der Universität Mannheim in Lehre und Forschung fördert, das akademische Leben unterstützt und das Stipendium organisiert.

Zum Foto: Maritta und Hanspeter Brohm unterstützen Mannheimer BWL-Studierende im Andenken an ihren verstorbenen Sohn Holger Brohm

Autorin: Nadine Diehl   I   Foto: Elisa Berdica  I   September 2017

Weitere Informationen:

Stiftung Universität Mannheim