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Abmeldungen von Prüfungen ohne Angabe eines Grundes

Die Abmeldung einer Prüfung ohne Angabe eines triftigen Grundes ist studiengangspezifisch geregelt. Ob eine Abmeldung in Ihrem Studiengang möglich ist und bis wann diese zu erfolgen hat, entnehmen Sie bitte den studiengangspezifischen Informationen durch Auswahl im Kontextmenü auf der linken Seite.


Grundsätzlich ist die Abmeldung einer Prüfung über das Studierendenportal möglich (Ausnahme: Prüfungen in den Master-Studiengängen MMM und Wifo!). Eine genaue Übersicht, wie die Abmeldung funktioniert, finden Sie hier.


Nach Ablauf der Frist sind Sie zur Prüfungsteilnahme verpflichtet, es sei denn, es liegen Gründe vor, die Sie in Ihrer Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. In diesem Fall ist es unter Umständen möglich, von einem Prüfungsrücktritt Gebrauch zu machen.

Rücktritt von einer Prüfung aus triftigem Grund

Gemäß der Bestimmungen der Prüfungsordnungen ist ein Rücktritt von einer Prüfung nur dann zulässig, wenn hierfür triftige Gründe vorliegen, die dem Studienbüro unverzüglich schriftlich angezeigt und glaubhaft gemacht werden.

Ein triftiger Grund liegt vor, wenn dem Prüfling eine Prüfungsteilnahme unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls nicht zumutbar ist (z. B. Studiensemester im Ausland, Krankheit, Unfall, plötzlicher Tod eines nahen Angehörigen).

Unverzüglichkeit ist gegeben, wenn die Erklärung (Antrag auf Rücktritt + Nachweis) zum frühestmöglichen Zeitpunkt („ohne schuldhaftes Zögern“) im Studienbüro eingegangen ist.


Prüfungsrücktritt wegen Auslandssemester

Sollten Sie aufgrund eines Studiensemesters an einer ausländischen Hochschule an einer selbst- oder pflichtangemeldeten Prüfung nicht teilnehmen können, wird dies als triftiger Grund für einen Prüfungsrücktritt anerkannt, sofern zum Prüfungstermin eine Anwesenheit an der ausländischen Hochschule aufgrund der dortigen Semesterzeiten erforderlich ist. Der Antrag auf Rücktritt ist unverzüglich zu stellen, das heißt, sobald Sie wissen, dass Sie an einer angemeldeten Prüfung aufgrund Ihres Auslandsaufenthaltes nicht teilnehmen können. Als Nachweis reichen Sie bitte entweder die Bestätigung / Confirmation des Akademischen Auslandsamtes (zweisprachiges Dokument, welches Sie zusammen mit dem Zusageschreiben für das Auslandssemester erhalten) oder alternativ ein Bestätigungsschreiben der ausländischen Hochschule ein.

Krankheitsbedingter Prüfungsrücktritt

Prüfungsunfähigkeit ist ein Rechtsbegriff, dessen Vorliegen ausschließlich von der Prüfungsbehörde (Studienbüro / Prüfungsamt) festzustellen ist. Die Beteiligung des Arztes beschränkt sich im Wesentlichen darauf, die gesundheitliche Beeinträchtigung zu beschreiben und darzulegen, welche Auswirkungen sie auf das Leistungsvermögen des Prüflings haben.

Gemäß der ständigen Rechtsprechung muss der Prüfling seine Prüfungsunfähigkeit ausreichend darlegen und beweisen. Er alleine trägt die Darlegungs- und Beweislast. Es genügt somit nicht, ein ärztliches Attest mit der Aussage „arbeitsunfähig“ oder „prüfungsunfähig“ einzureichen. Auch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen   („gelber Zettel“) können aus diesem Grund nicht mehr akzeptiert werden.

Sollten Sie BAföG-Empfänger/in sein, empfehlen wir Ihnen, Atteste vor der Einreichung im Studienbüro für eventuelle Nachweiszwecke gegenüber dem BAföG-Amt zu kopieren. Eine spätere Herausgabe der Atteste oder die Anfertigungen von Kopien durch das Studienbüro ist nicht möglich!

Anforderung an Attest

Sollten Sie am Tag der Prüfung krank sein, ist das Attest grundsätzlich am Tag der Prüfung einzuholen, damit der Arzt die Symptome und ihre Auswirkungen auf das Leistungsvermögen objektiv feststellen kann. Sollte Ihr Hausarzt keine Sprechstunde haben, ist es im Regelfall erforderlich, einen ärztlichen Notdienst aufzusuchen.

Damit das Studienbüro beurteilen kann, ob eine erhebliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit und somit tatsächlich Prüfungsunfähigkeit besteht, müssen die am Prüfungstag vorliegenden krankheitsbedingten und zugleich prüfungsrelevanten Störungen (Symptome) konkret und nachvollziehbar beschrieben werden.

Ab Dezember 2014 können daher nur noch ärztliche Atteste akzeptiert werden, die folgende Angaben enthalten:

  • Name, Vorname, Geburtsdatum des Studierenden
  • (Voraussichtlicher) Erkrankungszeitraum
  • Datum der ärztlichen Behandlung
  • Beschreibung der krankheitsbedingten und prüfungsrelevanten Beeinträchtigungen (Symptome)
  • Unterschrift des Arztes, Praxisstempel.

Das Attest kann entweder auf Dienstpapier der Arztpraxis ausgestellt werden, oder Ihr Arzt kann ein vom Studienbüro entwickeltes Attestformular ausfüllen.

Einreichung von Attesten / Aufbewahrung

Sie können den Antrag auf Rücktritt zusammen mit dem Attest entweder am Express-Schalter abgeben oder in den Hausbriefkasten werfen oder uns per Post – adressiert an die Studienbüros – zukommen lassen.

Die Atteste werden ausschließlich Mitarbeitern der Studienbüros zugänglich gemacht bzw. in Fällen – in denen das Studienbüro über den Prüfungsrücktritt nicht entscheiden kann – den mit dem Prüfungsrücktritt befassten Mitarbeitern der Prüfungsausschüsse.

Nachdem über den Rücktritt entschieden wurde, werden die Atteste zu Ihrer Studierendenakte gegeben. Die Studierendenakten werden in verschlossenen Aktenschrank in den Studienbüros aufbewahrt. Die Vernichtung der Atteste erfolgt, sobald Sie das Studium abgeschlossen haben und Ihre Gesamtnote Bestandskraft hat bzw. – falls das Studium abgebrochen wurde – nach der Exmatrikulation sobald die Einzelnoten Bestandskraft haben. Die Vernichtung erfolgt über spezielle Datenschutztonnen.

Gerne möchten wir Sie noch darauf hinweisen, dass die infolge der ständigen Rechtsprechung erforderliche Anpassung der Verwaltungspraxis sowohl vom MWK (Ministerium für Wissenschaft und Kultur) als auch von der ZENDAS (Zentrale Datenschutzstelle der baden-württembergischen Universitäten) bestätigt werden.

Schreiben vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg vom 15.10.2009 an die Hochschulen Baden-Württembergs
:

„Die Entscheidung, ob ein Prüfling krankheitsbedingt prüfungsunfähig ist, ist nicht Aufgabe des Arztes. Die ärztliche Beteiligung beschränkt sich nach ständiger Rechtsprechung im Wesentlichen darauf, krankhafte Beeinträchtigungen zu beschreiben und dazulegen, welche Auswirkungen sie auf das Leistungsvermögen des Prüflings in der konkret abzulegenden Prüfung haben. Die Entscheidung, ob die dargelegten Gründe die Annahme rechtfertigen, dass der Prüfling wegen Prüfungsunfähigkeit verhindert ist, muss die Prüfungsbehörde in eigener Verantwortung treffen. Für diese Entscheidung benötigt die Prüfungsbehörde eine tragfähige Tatsachengrundlage. Die Angabe von Details zur Erkrankung und deren gesundheitliche Auswirkungen ist daher unerlässlich.“

Datenschutzrechtliche Einschätzung der ZENDAS (Zentrale Datenschutzstelle der Baden-Württembergischen Universitäten):

„Das Attest hat die für die von der Prüfungsbehörde durchzuführende Beurteilung der Prüfungsunfähigkeit notwendigen Tatsachen zu liefern. Notwendig sind die Tatsachen dann, wenn sie zwingend benötigt werden, um eine Beurteilung der Frage der Prüfungsunfähigkeit treffen zu können.“

Übermittelt „der Prüfling […] das Attest selbst an die Prüfungsbehörde, [wird dies] der Tatsache gerecht, dass es der Darlegungs- und Beweislast des Prüflings obliegt, der Prüfungsbehörde die für die Beurteilung der Prüfungsunfähigkeit notwendigen Tatsachen zu liefern. Dieser Weg trägt dem Grundsatz in besonderer Weise Rechnung, dass der Prüfling selbst über die Preisgabe und Verwendung persönlicher Daten entscheidet. Die Entbindung einer Schweigepflicht bedarf es in diesem Fall nicht, da der Arzt die Angaben nur dem Patienten gegenüber macht. Es ist mit Nachdruck zu betonen, dass es keine Pflicht gibt, den Arzt von der Schweigepflicht zu entbinden. Der Prüfling muss die Prüfungsbehörde entsprechend seiner Darlegungs- und Beweislast in die Lage versetzen, über die Prüfungsunfähigkeit entscheiden zu können und muss ihr die dafür notwendigen Grundlagen liefern. Es handelt sich dabei jedoch um eine Obliegenheit, nicht um eine Pflicht.“