Universität Mannheim / Forum / Campusleben / Ausgabe 2/2013 / Deutsche Hochschulmeisterin im Fechten

Mit starkem Willen zum Sieg

Sechzehn Kämpfe musste Lea Seethaler bestehen. Sie hat alle gewonnen und stand am Ende ganz oben auf dem Siegertreppchen: Die Mannheimer Studentin hat sich bei der diesjährigen Deutschen Hochschulmeisterschaft den ersten Platz in der Kategorie Florett-Fechten geholt.

Hartes Training zahlt sich aus: Als eine von 39 Fechterinnen hat sich Lea Seethaler bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften Ende November in Göttingen bis in ein nervenaufreibendes Finale durchgesetzt, wo sie sich schließlich die Goldmedaille sicherte. „Ich bin sehr froh. Ich habe erreicht, was ich mir vorgenommen hatte“, berichtet Lea stolz. Bereits vor zwei Jahren hat die Mannheimer Studentin an der Hochschulmeisterschaft teilgenommen. Damals scheiterte sie an dem knappen Endergebnis von 13:14 und erhielt „nur“ Bronze. Dieses Jahr wollte sie sich damit nicht zufrieden geben, sondern trainierte hart, um ihr Ziel – den Titel – zu erreichen. 

Seit einem Jahr studiert die 22-jährige Weinheimerin Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim. Das Fechten gehört schon seit vielen Jahren zu ihrem Leben. Als Lea mit acht Jahren in die Fecht-AG ihrer Schule eintrat, war sie sofort begeistert von der Sportart. Bald wurde sie Mitglied der Fechtschaft des TSG Weinheims und das Fechttraining fester Bestandteil ihres Alltags. Heute trainiert Lea mehrere Male pro Woche für zwei Stunden, neben mindestens drei Fechteinheiten stehen jeweils auch Ausdauer, Kraft und Koordination auf dem Programm. Trainiert wird sie von Alexander Perelmann, dem ehemaligen Nationaltrainer der  ukrainischen Damenmannschaft. Ihre größten Erfolge feierte Lea bisher mit dem Sieg der Landesmeisterschaft Nordbaden sowie als Drittplatzierte bei der Deutschen Meisterschaft und mit dem 15. Platz beim Weltcup, an dem 300 Teilnehmer aus aller Welt gegeneinander antraten.  

Da sich der Ablauf der Deutschen Hochschulmeisterschaft in diesem Jahr etwas langwierig gestaltete, musste Lea insgesamt sechzehn Kämpfe bestreiten – die sie alle gewann. Während sie in manchen Runden von Anfang an führte, gingen andere Kämpfe sehr knapp aus und es gab teilweise einen großen Vorsprung aufzuholen. „Das kostet Nerven und das ist es auch, was den Fechtsport mental anstrengend macht“, berichtet Lea. „Fechten ist anstrengender, als es aussieht – auch körperlich.“ Noch Tage nach dem Turnier hat Lea ihre Muskeln gespürt.  „Man befindet sich ständig in einem Wechselspiel von Defensive und Offensive, muss stets bereit sein, sich sowohl zu verteidigen als auch anzugreifen. Daraus resultiert eine Dynamik, die sowohl taktische als auch athletische Höchstleistung erfordert. Doch das Schwitzen hat sich gelohnt“, freut sich die neue Hochschulmeisterin.

Ihr Ziel fest vor Augen hatte sie auch in der nun beginnenden Prüfungsphase. Lea hat sich genau überlegt, wann sie trainiert und wann sie sich auf die Klausuren vorbereitet. Somit stellt sie sicher, dass ihr Studium nicht unter dem Training leidet. „Ich sehe das Fechten  zudem als einen Ausgleich zum Uni- und Alltagsstress“, sagt sie. Durch ihren großen Sieg motiviert, bereitet sich Lea bereits auf das nächste Turnier vor. Beim Toto-Lotto-Cup in Mosbach platzieren sich die Teilnehmenden auf der deutschen Rangliste im Fechten.  Auch hier hat sie ein klares Ziel vor Augen: Sie möchte es ins vordere Drittel schaffen.

Autorin: Luisa Schulz   I   Foto: Lorena Metzger   I   Dezember 2013